„Hilf mir, es selbst zu tun.“
Diesem Grundsatz von Maria Montessori folgt auch der personzentrierte Ansatz von Carl R. Rogers. Gemeint ist die Fähigkeit eines jeden Menschen, für sich selbst zu sorgen und Widrigkeiten zu überwinden. Wie ein roter Faden liegen demnach in jedem Menschen Weg und Möglichkeiten zur Entfaltung seiner Person. In der Gesprächstherapie suchen wir gemeinsam nach diesem roten Faden bzw. knüpfen an ihn an.
Dabei spielen Diagnosen und Störungsbilder eine sehr untergeordnete Rolle. Der personzentrierte Ansatz verwirklicht vielmehr umfassend den Gedanken des ganzheitlichen Zugangs zum Menschen, indem er konsequent alle Merkmale eines Menschen als Ausdruck seines Erlebens ansieht, das verstanden werden will.
Konkret bedeutet das ein Gespräch von Person zu Person - immer auf Augenhöhe, immer lebendig und direkt, aber niemals belehrend, niemals wertend, niemals analysierend. Aufgabe des Therapeuten ist vielmehr, die Gefühle des Klienten, welcher Natur auch immer diese sein mögen, so gut zu verstehen, daß der Klient sich ermutigt fühlt, selbst weiter in sich hineinzuhorchen.
Dieser Vorgang wird als therapeutisch wirksam betrachtet, denn in der Folge verändert sich der Umgang des Klienten mit sich selbst. Wer sich von einem anderen so ernst genommen und akzeptiert fühlt auch noch in den schwierigsten und schmerzlichsten inneren Konfliktlagen, der wird sich selbst und seiner Umwelt bald positiver gegenüber stehen.